
Die Englische Art des Business:
bq.. Stell Dir vor, Du willst etwas richtig teures verkaufen. Etwas, dass sich viele Menschen zwar gerne leisten würden, aber nicht leisten können. Zum Beispiel Maßanzüge.
Nun, wie willst Du die Leute davon überzeugen, zwei bis dreitausend Euro für einen reinen Luxusartikel auszugeben?
Du könntest damit argumentieren, wie aufwändig die Handarbeit ist. Du könntest etwas von Qualität und Design erzählen. Du könntest einen Markenkult aufbauen (was aber beim klassischen Schneider eher unüblich ist). Du könntest auch auf eklatante Verarbeitungsmängel der Industrie hinweisen.
Oder Du machst etwas ganz anderes: Du zeigst die Alternativen.
Thomas Mahon, ein Londoner Schneider, der unter anderem auch für Prince Charles oder Bryan Ferry Anzüge fertigt, erklärt Dir in seinem Weblog, dass der industriell gefertigte Anzug bei Marks&Spencers für 400 Euro ebenfalls eine prima Qualität hat und bedenkenlos gekauft werden kann, wenn man nur ein paar Details beachtet:
If you’re in-between sizes, get the larger size and pay a high street alteration tailor £20-£30 to have it taken in or whatever. Don’t fool yourself that just because it’s a Hugo Boss or Armani it’s a better fit than than the Marks & Spencer. Doesn’t work that way. Forget the cost, just be honest with yourself. Like I said, pay attention round the neck and shoulders.
Und ganz charmant lässt er Dich damit wissen, dass es überhaupt keine Schande ist, zu wenig Geld für einen Maßanzug zu besitzen. Der schöne Subtext: Wenn Du einmal genug Geld hast, weißt Du ja, wo Du es hintragen könntest.
Verständnis sticht Arroganz. Ganz weit weg von Zielgruppenclustering und Reason-Why-Gesülze, ganz nah dran an der Wahrheit.
Zitiert aus: shesaiddestroy.org
Mehr beim Schneider selbst: English Cut: If you can’t afford bespoke…